Johanneskapelle Pür...
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Johanneskapelle Pürgg

Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die auf aussichtsreicher Höhe gelegene Johanneskapelle mit ihren weltberühmten romanischen Fresken aus dem 12. Jh., die zu den schönsten Wandmalereien Europas zählen. Das bekannteste und sicherlich rätselhafteste Motiv ist der Katzen-Mäuse-Krieg, der auf den Aesopischen Tierfabeln der Antike gründet. Der ungleiche Kampf zwischen Katzen und Mäusen beschäftigte bis herauf ins Mittelalter Dichter wie bildende Künstler und war eine beliebte Metapher für die „Verkehrte Welt“.

Das Kirchlein steht auf einer freien Anhöhe östlich des Ortes und ist im romanischen Baustil errichtet. Im Unterschied zur Pfarrkirche von Pürgg wird die Johanneskapelle erst in einem Urbar aus dem Jahre 1350 urkundlich erwähnt. Obwohl keine früheren Aufzeichnungen existieren, darf mit Sicherheit angenommen werden, dass die Errichtung der Kapelle in unmittelbarem Zusammenhang mit der Niederlassung der Traungauer Marktgrafen auf der Burg Grauscharn gestanden ist. Vermutlich diente sie als landesfürstliche Pfalzkapelle und war im architektonischen Komplex der Burganlage eingebunden. Bauliche Hinweise dafür gibt es allerdings keine. Nach der Aufgabe der Pfalz, die bereits mit dem Erbvertrag zu Georgenberg (1186) eingeleitet und nach dem Aussterben der Traungauer (1192) vollzogen wurde, ist die Kapelle vermutlich in eine Gedächtniskapelle umfunktioniert worden und diente seit der Barockzeit als Kalvarienbergstation. Dieses kleine Gotteshaus zählt zu den ältesten Beispielen der romanischen Bauphase in der Steiermark und vertritt den Typus eines Saalraumes mit eingezogenem Chorquadrat. Aufgrund gewisser stilistischer Merkmale, wie der mit Lambach   verwandten Flachkuppel im Presbyterium, könnte die Entstehung des Bauwerkes schon vor 1122, dem Jahr des Erbanfalles des großen Eppensteiner Besitzes an die Traungauer, anzusetzen sein. Das bekannteste und sicherlich rätselhafteste Motiv der Pürgger Fresken ist der Katzen-Mäuse Krieg, der auf den äsopischen Tierfabeln der griechischen Antike gründet. Der ungleiche Kampf zwischen Katzen und Mäusen beschäftigte bis herauf ins Mittelalter Dichter wie bildende Künstler und war beliebte Metapher für die „Verkehrte Welt“. Obwohl ein Sieg der die Burg verteidigenden Mäuse gegen die angreifenden Katzen in Pürgg nicht klar ersichtlich ist, liegt dem Bild doch die Idee von der Macht der Schwachen über die Starken zugrunde. Die Pürgger Fresken sind die bedeutendsten romanischen Wandmalereien in der Steiermark. Ihr Stil legt eine Entstehung um 1160/65 nahe. Die ausführenden Künstler waren der Maltration des Salzburger Kunstkreises verpflichtet, in dessen Einflussbereich Pürgg lag. Vergleiche mit den Wandgemälden auf dem Nonnberg oder den illuminierten Handschriften der Schreibschule von St. Peter (z.B. Admonter Riesenbibeln von 1150) beweisen die große stilistische Verwandtschaft. Der Motiv- und Formschatz der Pürgger Fresken ist aber wesentlich älter und größtenteils byzantinischen Ursprungs. So gehen etwa die Vorstellungen von Maria am Spinnrocken bei der Verkündigung oder des nierenförmigen Lagers in der Geburtsszene auf byzantinische Bildquellen zurück. Die Kenntnis davon vermitteln venezianische Künstler, die seit dem frühen 12. Jahrhundert mit allen Stilphasen der byzantinischen Kunst vertraut waren. Die Vielfalt der stilistischen Einflüsse wird noch durch heimische Elemente ergänzt, die von der Admonter Klosterwerkstätte herleitbar sind.

Führungen durch die Johanneskapelle Pürgg nach Vereinbarung mit Herrn Alois Perl:
Tel.: 0664/515 11 08
Email: alois.perl@aon.at

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